Die Digitalisierung hat die Kommunikation zwischen Kunden und Marken verändert: Der erste Anlaufpunkt für Kunden ist nicht mehr ein lokales Geschäft, sondern die Onlinepräsenz des Unternehmens. Hier müssen Marken ihre Mehrwerte klar kommunizieren und in den Fokus stellen, denn Kunden können online zwischen den Mitbewerbern vergleichen. Vor 10 Jahren war es noch deutlich schwieriger als heute, sich eine eigene Unternehmenswebsite aufzubauen. Heutzutage sind wir von Angeboten geradezu umzingelt – die Rede ist von Website Baukästen, die die Erstellung der eigenen Seite durch Vorlagen möglich machen. Auf den ersten Blick scheinen sie eine kostengünstige und unkomplizierte Alternative zu einer extern beauftragten Website zu sein. Doch halten diese Baukästen-Systeme, in Zeiten von User Experience, was sie versprechen?

Das alte Schemadenken

In den vergangenen Jahren haben wir häufiger erlebt, dass Kunden, die sich als relevante Marke positionieren wollten, keine zeitgemäßen Vorstellungen von einer für den Kunden ansprechenden Website haben. Erstaunlicherweise wurde schon im Vorfeld genau definiert, welche Inhalte die Website haben soll und welche Unterseiten vorhanden sein müssten. Wir bekommen sogar Anfragen, ob wir gekaufte WordPress Themes mit Bildern und Texten füllen könnten.

Wenn wir dann erklären, dass das einer Marke und eigenen Positionierung nur schadet, folgt oft Unverständnis. „Unser Mitbewerber hat doch auch die gleichen Unterseiten. So müssen wir uns auch präsentieren. Wir benötigen ein Glossar und ein Gästebuch auf der Website!“ Manche mögen darüber schmunzeln, doch Unternehmen wissen nicht, was State of the Art ist. 

Für diese Unwissenheit können Auftraggeber nichts, da es auch in der schnell voranschreitenden Digitalisierung immer noch Agenturen gibt, die auf Prozesse von vor 10 Jahren setzen.

Für diese Unwissenheit können Auftraggeber nichts, da es auch in der schnell voranschreitenden Digitalisierung immer noch Agenturen gibt, die auf Prozesse von vor 10 Jahren setzen. Unsere Potenzielle Kunden zeigen uns häufig Angebote anderer Agenturen: Schnell findet man dort den genauen Funktionsumfang sowie eine festgelegte Unterseiten-Anzahl. Der Kunde bekommt durch diese Agenturen eine fertige, produktzentrierte Website angeboten. Ein Baukasten-System, wie es schon seit vielen Jahren eingesetzt wird. 

Versetzt man sich jetzt in die Lage eines Unternehmens, das bereits Angebote unterschiedlicher Agenturen eingeholt hat, kommt schnell das nächste Übel. Durch das vielfältige Angebot für Website Baukästen scheint die einfachere und kostengünstigere Variante schnell gefunden zu sein. Schließlich haben die Agenturen bereits vorgegeben, welche Unterseiten vorhanden sein müssten. “Wir nehmen die Struktur, fügen Bilder und Texte ein – Problem gelöst.“, könnte man denken. Leider falsch gedacht!

Die Vorteile eines Website Baukasten

Wir verstehen den Gedankenvorgang und können auch nachvollziehen, warum es für Unternehmen – insbesondere frisch gegründete – so verlockend ist, auf einen Website Baukasten zurückzugreifen.

  • Sie erscheinen günstiger als eine Agentur
  • Es gibt eine Auswahl an Designs
  • Es sind keine Programmierkenntnisse erforderlich
  • Die Site ist schnell veröffentlicht

Doch müssen auch die Nachteile beleuchtet werden:

  • Es gibt keine Wiedererkennung zur eigenen Marke
  • Keine ausreichende Differenzierung vom Mitbewerber möglich
  • Es sorgt für ein schlechteres Google Ranking
  • Probleme mit zukünftigen Erweiterungen sind wahrscheinlich
  • Sie sind produktzentriert

Zur Gefahr, dass Ihre Mitbewerber im schlimmsten Fall die gleiche Vorlage nutzen wie Sie, kommt hinzu, dass jede vorgefertigte Website produktzentriert ist.

Zur Gefahr, dass Ihre Mitbewerber im schlimmsten Fall die gleiche Vorlage nutzen wie Sie, kommt hinzu, dass jede vorgefertigte Website produktzentriert ist. Bei Baukästen oder gekauften WordPress Themes haben wir keine andere Wahl, als uns nach der Vorlage zu richten. Doch eigentlich hat jede Website das Ziel, Konsumenten zu überzeugen und Kunden zu gewinnen. Eine veraltete, produktzentrierte Website ist hier aus der nutzerzentrierten Sicht schon der erste Stolperstein.

Von produktzentriert zu nutzerzentriert

Unternehmen müssen für die Entwicklung ihrer Website eine nutzerzentrierte Sicht einnehmen. Doch was ist überhaupt nutzerzentriert? Bei einer nutzerzentrierten Website sprechen wir von User Experience, kurz UX. Eine gute UX macht den wesentlichen Unterschied im Nutzererlebnis zu einer fertigen Baukasten-Vorlage. User Experience löst Probleme, ist für den User abgestimmt, ist ausbaufähig, spiegelt die Marke wieder und spart vor allem Geld.

Websites müssen agil sein, denn das Nutzererlebnis der eigenen Zielgruppe entscheidet über Erfolg oder Misserfolg der Seite. Daher ist heutzutage eine Website nie fertig, sondern wird auf Grundlage des User-Feedbacks kontinuierlich weiterentwickelt.

Sucht ein potenzieller Kunde spontan im Internet nach Ihrem Produkt oder Service, wird er nicht nur Sie, sondern auch Ihre Mitbewerber finden. Und genau an dieser Stelle entscheidet Ihr möglicher Neukunde, ob er bei Ihnen oder Ihrem Mitbewerber kauft. Kauft er beim direkten Mitbewerber, hatte er möglicherweise auf Ihrer Website kein positives Nutzererlebnis, sein Problem wurde nicht gelöst oder er hat sein Ziel nicht erreicht. Aber auch bereits bestehende Kunden können sich von Ihrem Mitbewerber angesprochen fühlen.

Daher sollten Sie auf Website Baukästen, gekaufte Themes oder Agenturen verzichten, die Ihnen ein fertiges Produkt, ohne den dazugehörigen UX Prozess anbieten. Ihre Website ist ein Kontaktpunkt Ihrer Marke – vielleicht sogar der wichtigste. Ihre Website muss die Werte Ihrer Marke widerspiegeln, einen Mehrwert für User bieten, einen Grund bieten auf Ihre Website zurückzukehren und somit zum wichtigen Marken-Touchpoint werden.

Zudem legt Google wert auf eine positive UX- und Nutzererfahrung.

Ihre (Neu)Kunden befinden sich auf einer ständigen und täglichen Kundenreise (Customer Journey) daher ist es umso wichtiger, dass Sie ein positives Markenerlebnis schaffen, bevor dies einer Ihrer Mitbewerber tut. Zudem legt Google wert auf eine positive UX- und Nutzererfahrung. 

Ein Artikel des SEO-Analytikers Sistrix setzt sich mit der Frage auseinander, ob und wie User Experience das Ranking der eigenen Website beeinflusst. Es wird aufgezeigt, dass anhand des Machine Learning-Ansatzes die User Experience Einfluss auf das Google Ranking nimmt. Wie lange hält sich jemand auf der Seite auf? Kehrt er wieder zurück? Wie interagiert er? All das, so wird vermutet, bewertet Google und stuft somit die Qualität der Seite ein.

Doch wie finde ich nun die richtige Agentur?

Eine zeitgemäße Agentur entwickelt mit Ihnen eine UX-Strategie, bevor die Website überhaupt entworfen oder Seiten/Unterseiten definiert wurden. Dabei kann gerade beim ersten Mal der UX-Prozess sehr umfangreich wirken. Es wird nach Markeneigenschaften recherchiert, Personas erstellt, Ziele festgelegt, Zielgruppen befragt, Site Maps, Site Architektur, Wireframes und Prototypen erstellt, bevor die eigentliche Website programmiert wird. Doch dieser Prozess fördert nicht nur wichtige Erkenntnisse zutage, sondern ermöglicht auch bisher nicht wahrgenommene Einblicke in die Bedürfnisse und Probleme der eigenen Zielgruppe. Eine nutzerzentrierte Website geht darauf ein und erhöht die Chance einen echten Mehrwert für Ihre Kunden zu bieten. Durch den agilen Ansatz können zudem Fehler oder Faktoren, die das Nutzerverhalten beeinträchtigen, schneller erkannt und ausgebessert werden. Bei einer produktzentrierten Website wäre das nicht möglich.

Betrachten Sie UX daher wie einen Bauplan, der detailliert ausgearbeitet wird, bevor das Haus gebaut wird. Wurde das Fundament durch die Veröffentlichung der Website gesetzt, ist es wichtig die Website kontinuierlich auszuwerten. Basierend auf den Auswertungen und dem User-Feedback, können Sie die Website optimieren und überarbeiten, sodass sich Ihre Website weiterentwickelt. Durch diesen Prozess können Sie auf Ihre Zielgruppe im Detail eingehen und schaffen zudem einen Marken-Touchpoint der Ihre Zielgruppe begeistert. 

UX ist der Prozess, mit dem Sie Ihre Website-Ziele erreichen und eine klare Differenzierung zum Mitbewerber schaffen können. Denn genau dort versagen Baukästen, fertige Themes oder vordefinierte Inhalte/Unterseiten.

Wenn Sie für Ihre Marke eine neue Website erstellen möchten, stehen wir Ihnen gerne als Partner zur Seite. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf oder buchen unseren UX-Strategy Workshop.

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